Wälder bedeckten
zu Beginn der ackerbaulichen Tätigkeiten vor 10.000 Jahren mit 6,2
Mrd. Hektaren rund 35 Prozent der Landoberfläche der Erde. Heute sind
es mit rund 4 Mrd. ha nur noch 26 Prozent. Dabei hat die Abnahme der Waldfläche
drastisch zugenommen: Allein in den letzten 100 Jahren ist mehr Wald zerstört
worden als in der gesamten Geschichte zuvor.
Wälder unterscheiden
sich in ihrer Artenzusammensetzung und ihrem Erscheinungsbild erheblich
- hauptsächlich in Abhängigkeit vom Klima. Ganz grob werden drei
Waldökotypen unterschieden, die darüber hinaus noch weitere Differenzierungen
zulassen.
Die tropischen
Wälder
Die tropischen Wälder,
oder die immergrünen oder regengrünen Laubwälder finden
sich größtenteils in tropischen Breiten - also zwischen 10 Grad
nördlicher und 10 Grad südlicher Breite. Sie bedecken derzeit
rund 1.800 Mio. Hektar.
Erst nach dem Zweiten
Weltkrieg wird eine Waldvernichtung in dieser Region von größerem
Ausmaß beobachtet. Die Zerstörungsrate erreichte Ende der 80-er
Jahre mit 17 Mio. ha pro Jahr einen Höhepunkt, der Ende der 90er Jahre
fast wieder erreicht wird. Noch ist etwa die Hälfte der Tropenwälder
in naturnahem oder natürlichem Zustand - doch wenn die Vernichtung
ungebremst weitergeht, dann werden in 50 Jahren nur noch 1/3 oder 600 Mio.
Hektar der derzeitigen Fläche vorhanden sein.
Die Wälder
der gemäßigten Zone
Die Wälder der
gemäßigten Zone, oder auch die grünen Laub- und Mischwälder
im gemäßigten Klimabereich, bedecken rund 700 Mio ha. Davon
entfallen 45 Prozent auf Nordamerika und jeweils rund 17 Prozent - oder
120 Mio. ha - auf Europa und Rußland.
Wälder in dieser
Zone wurden schon frühzeitig in Mitleidenschaft gezogen - bereits
im Altertum und Mittelalter kam es wegen des einsetzenden Bevölkerungswachstums
und der wirtschaftlichen Entwicklung zu großflächigen Rodungen.
Weite Teile waren nach Jahrhunderten der Mißwirtschaft entwaldet,
bis die Einführung einer geregelten Forstwirtschaft mit dem Nachhaltigkeitsprinzip
diese Entwicklung aufhalten und teilweise umkehren konnte.
Die Waldfläche
in dieser Zone blieb in diesem Jahrhundert weitgehend konstant, wobei berücksichtigt
werden muß, daß dazu künstlich geschaffene, ökologisch
instabile Bestände aus schnellwachsenden Baumarten beitragen. Es existieren
kaum mehr Naturwälder in dieser Klimazone.
Die borealen Wälder
Die borealen Wälder,
d.h. die vorwiegend aus Nadelbäumen bestehenden Wälder der kaltgemäßigten
nördlichen Breiten erstrecken sich über rund 1.400 Mio Hektar
- sie fehlen auf der Südhemisphäre. Mit den Goldfunden in Nordamerika
gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand eine nennenswerte Erschließung
der schwer zugänglichen Waldregion statt. Diese Entwicklung setzte
sich im 20. Jahrhundert vor allen Dingen in Sibirien und Nordkanada fort.
In jüngster Zeit ist die Ausweitung des Holzeinschlags auch in entfernt
gelegene und ökologisch sensible Regionen festzustellen.
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