| Während sich bei uns
langsam die Erkenntnis durchsetzt, daß unsere Lebensweise zukünftigen
Generationen kaum eine Zukunft läßt, werden weltweit indigene
Völker ausgerottet, die seit Jahrhunderten in ihrem Lebensraum leben
konnten, ohne diesen zu plündern.
In Zentralafrika streiten
sich derzeit Holzkonzessionäre um das Recht, in Zaire und dem Kongo
den Lebensraum der Pygmäen durch verheerenden Holzeinschlag zu zerstören.
Japanischer Holzhunger hat in einem rasenden Tempo die Wälder Südostasiens
verwüstet, u.a. Lebensgrundlage der Penan, der Dajak und anderer.
Dort wurde unter Scheinwerferbeleuchtung auch nachts gearbeitet. In Brasilien
lassen militärisches Machtkalkül, ehrgeizige Entwicklungspläne
und unkontrollierte, aber durchaus geplante Siedlerströme den Indianervölkern,
wie den Yanomami, keine Chance auf selbstbestimmte Entwicklung oder Lebensgestaltung.
Dabei nennen wir unser System
zivilisiert und messen mit unserem Maßstab Entwicklung. Ist aber
eine Gesellschaft, die für das "Tagesgeschäft" einen unverantwortlichen
Energie - und Rohstoffumsatz mit weltweitem Raubbau benötigt, höher
entwickelt, als eine Yanomami-Gemeinschaft, die "von der Hand in den Mund
lebt" - also von dem, was ihre Umwelt dauerhaft hergeben kann? Ist eine
arbeitsteilige Gesellschaft, in der Menschen im stumpfsinnigen Produktionsprozess
krank werden, so viel erstrebenswerter als eine Kultur, in der jede/r das
gesamte Inventar des täglichen Gebrauchs selbst und vollständig
herstellen kann?
Eigenständige Kulturen
mit eigener Sprache, Lebensweisheit, Denkart, und auch dem Wissen um schonende
Regenwaldnutzung werden ausgerottet. Wissenschaftler beklagen sich jetzt
schon, daß alles verschwinden könnte, bevor sie es untersuchen
können. Welche Fragmente der bei den Penan, den Pygmäen oder
den Yanomami vorhandenen Weisheit werden im zukünftigen täglichen
Leben weiterbestehen können?
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