| Indigene Völker haben
viele Bezeichnungen, wie auch Indianer, Ureinwohner, Stammesvölker,
autochtone Völker oder Eingeborene. Zu ihnen gehören u.a. die
Indianer Nord- und Südamerikas, die Inuit der Polarregion, die Sami
in Nordeuropa, die Aborigines in Australien, die Maori in Neuseeland, aber
auch gut die Hälfte der Bevölkerung Boliviens, Guatemalas und
Perus. Zwischen 300 bis 500 Millionen Mitglieder indigener Völker
leben zur Zeit in gut 70 Ländern dieser Erde.
Auch im deutschen Sprachgebrauch
hat sich der Begriff "indigene Völker" durchgesetzt, weil früher
gebräuchliche Bezeichnungen, wie "Naturvölker" oder "eingeborene
Völker" von den Betroffenen selbst als diskriminierend angesehen werden.
Ein weiterer Vorteil des Begriffes "indigen" besteht darin, daß er
im französischen, im spanischen und englischen Sprachgebrauch dieselbe
Bedeutung hat. "Ethnische Minderheit" wollen die Indigenen deshalb nicht
genannt werden, weil sie manchmal die Bevölkerungsmehrheit stellen
- und sich ohnehin nicht in Bezug auf Staaten (in denen sie einen Bevölkerungsanteil
darstellen) definieren oder sich diesen zugehörig fühlen.
Eine zusammenfassende Beschreibung
der Charakteristika Indigener Völker ist schwer möglich, denn
die rund 5000 indigenen Kulturen unterscheiden sich auf vielfältigste
Weise. So unterschiedlich wie ihre Lebensräume, sind ihre ganz speziellen
kulturellen, ethischen und religiösen Hintergründe und Weltanschauungen.
Sie zeichnen sich aber durch ihre eigene Sprache, ihre eigene spirituelle
Vorstellungen und ihre Territorien aus - und unterscheiden sich auch selbst
ganz bewußt von Nicht-Indigenen.
Allen gemeinsam scheinen
die Probleme: Ihr Landbesitz wird ihnen entrissen, die wirtschaftliche
Lebensgrundlage und ihre Kultur zerstört.
Sie fordern zunehmend die
Respektierung ihrer Rechte und ihrer selbstbestimmten Lebensweise sowie
die volle Mitsprache bei allen sie betreffenden Entscheidungen. Insbesondere
im Rahmen der Vereinten Nationen UN versuchen sie ihre Position zu stärken.
Die Förderung und der Schutz indigener Völker ist zu einem wichtigen
Ziel der UN geworden. Die UN hat zu einer Indigenen Dekade aufgerufen,
die bis in das nächste Jahrtausend hineinreichen wird. Auch Umweltverbände
und Menschenrechtsorganisationen in Deutschland unterstützen die Völker.
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