Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Jedes Jahr werden schätzungsweise
20 Millionen Hektar Regenwald vernichtet und mit ihnen Ökosysteme
von einzigartiger Artenvielfalt und wichtige Klimastabilisatoren. Holzeinschlag
ist nach wie vor eine der Hauptursachen für die Zerstörung dieser
Wälder.
Um ihren Beitrag zur Erhaltung
der Regenwälder zu leisten, verzichten die Kommunen im Klima-Bündnis
auf die Verwendung von Tropenholz in der kommunalen Beschaffung, so lange
nicht gewährleistet werden kann, daß das angebotene Tropenholz
tatsächlich aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt und der lokalen
Bevölkerung ein Partizipations- und Einspruchsrecht eingeräumt
wird.Als ein marktwirtschaftliches Instrument der Förderung nachhaltiger
Waldnutzung und damit indirekt zum Schutz der Regenwälder gilt die
Zertifizierung von Holz nach ökologischen Kriterien.
Unterschiedliche Vorschläge
und Ökolabels werden mittlerweile von der Wirtschaft, den Produzentenländern,
den Gewerkschaften und den Umweltverbänden vorgestellt und diskutiert.Auch
die Klima-Bündnis Kommunen setzen sich mit diesem Thema auseinander.
So war die Zertifizierung von Tropenholz Thema des Diskussionsforums auf
der Mitgliederversammlung des Klima-Bündnisses Anfang '96 in Linz,
auf der sowohl Zertifizierer als auch Vertreter indianischer Völker,
Kommunen und Nichtregierungsorganisationen zu Wort kamen. Die einmütige
Schlußfolgerung der anwesenden Kommunalvertreter war, daß die
Klima-Bündnis Kommunen auch weiterhin am Tropenholzverzicht festhalten,
da auch die bisher vorliegenden Vorschläge keine ausreichenden Garantien
für die Erhaltung der Primärwälder geben und die sozialen
Belange der lokalen Bevölkerung und vor allem die Rechte der indigenen
Völker nur unzureichend berücksichtigen. Die Debatte um die Zertifizierung
soll zukünftig stärker begleitet werden und in einem Zeitraum
von zwei Jahren wieder auf einer Mitgliederversammlung thematisiert werden.
Außerdem wurde der Bedarf nach weiterer Information zum aktuellen
Stand zu diesem Thema geäußert. Die Städte München,
Köln und Bremen haben dies aufgegriffen und die vorliegende Broschüre
zum aktuellen Stand der Diskussion in Auftrag gegeben. Sie wurde von und
dem Umweltschutzreferat der Stadt München erstellt.
Das Klima-Bündnis wird
die Entwicklung in der internationalen und nationalen Debatte um die Holzzertifizierung
weiter beobachten und zu gegebener Zeit aktuelle Informationen an seine
Mitglieder verschicken.
Heidi Feldt
Europäische Geschäftsstelle
des Klima-Bündnis/Alianza del Clima e.V.
Ist der kommunale Tropenholzverzicht noch
zeitgemäß?
Als eine der Verpflichtungen
des 1991 gegründeten Klima - Bündnisses zwischen europäischen
Städten und den indianischen Organisationen des Amazonasbeckens wurde
der Verzicht auf die Verwendung von Tropenholz festgeschrieben und von
vielen Kommunen beschlossen. Mit Pressekampagnen, Fernsehberichten und
Briefen versucht der Holzhandel derzeit, Kommunen und VerbraucherInnen
vom erfolgreichen Tropenholzverzicht abzubringen. Das wichtigste Argument
dabei ist die geplante Zertifizierung von (Tropen-) Holz und damit verbundene
entwicklungspolitische überlegungen in den Produzentenländern.Verschiedene
"ökosiegel" sind inzwischen auf dem Markt, die garantieren wollen,
daß Hölzer aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen und
ihr Kauf somit nicht zur Regenwaldvernichtung beiträgt. Eine Einschätzung
dieser ökosiegel soll im folgenden gegeben werden. Wie soll die Zertifizierung
funktionieren? Welche Zertifikate sind glaubwürdig, welche nicht?
Können derart gekennzeichnete Hölzer zur Zeit vom kommunalen
Tropenholzverzicht ausgenommen werden?
1. NACHHALTIGE WALDNUTZUNG
1.1. Was ist nachhaltige
Nutzung
Die Idee der Nachhaltigkeit
entstand vor über 200 Jahren als Konzept deutscher Forstleute. Sie
wollten damit die Holzversorgung sichern und dafür ausreichende Waldflächen
erhalten. Es durfte nicht mehr Holz geerntet werden als nachwuchs, Kahlflächen
mußten wieder aufgeforstet werden. Diese sogenannte Mengen- und Flächennachhaltigkeit
läßt sich in den meisten Wäldern Mitteleuropas gut definieren
und kontrollieren, denn das Wachstum der Bäume und die Fläche
der Wälder lassen sich ohne Probleme messen.
Ökologische Nachhaltigkeit
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
kann auch mit der Anlage von Monokulturen erreicht werden - doch die zahlreichen
anderen Eigenschaften und Funktionen der Wälder kommen dabei zu kurz.
Wald wird mittlerweile als "ökosystem" gesehen, dessen Struktur und
natürliche Wuchs- und Entwicklungsdynamik erhalten bleiben soll. Auch
seine vielfältigen Funktionen für Umwelt und Gesellschaft (Wasserqualität,
Erosionsschutz, Erholung) sollen nicht beeinträchtigt werden. Diese
Funktionen werden oft höher bewertet als mögliche Holzerträge,
deswegen wird die Nutzung in manchen Wäldern eingeschränkt (z.B.
Lawinenschutzwald) oder unterbleibt ganz (Bannwälder, manche Nationalparks).
Soziale Aspekte
Bei der Erstellung eines
Nutzungskonzeptes müssen auch traditionelle Landrechte der im und
vom Wald lebenden Menschen beachtet und ihre Partizipation ermöglicht
werden. In vielen Ländern der "Dritten Welt" und auch in nördlichen
Regionen werden Wälder erst in diesem Jahrzehnt der "Wildnis abgerungen"
und holzwirtschaftlich erschlossen - ungeachtet der Tatsache, daß
diese Gebiete seit langen Zeiten Lebensraum für viele hunderttausend
Menschen sind. In Deutschland, wo die Besitzverhältnisse seit langem
geregelt und akzeptiert sind, wird häufig vergessen, daß es
in den Produzentenländern für Tropenholz hinsichtlich der Landrechte
oder Landnutzungsplanung Konflikte geben kann. Keine noch so gut durchdachte
Waldbewirtschaftung kann beispielsweise als nachhaltig bezeichnet werden,
wenn sie auf traditionellen Stammesgebieten von Waldvölkern stattfindet,
die gegen die Erschließung und Ausbeutung ihrer Lebensräume
protestieren. So ist "legaler" Holzeinschlag in von den Penan in Malaysia
beanspruchten Gebieten ebenso zu verurteilen wie illegaler Holzeinschlag
in brasilianischen Indianergebieten, die Erschließung der letzten
Regenwälder Zentralafrikas, dem Lebensraum der Pygmäen sowie
die Gefährdung der Lebensräume nordamerikanischer Indianer durch
Kahlschlag.
Nachhaltige Waldnutzung ist
also mehr als der Erhalt der Waldfläche, die Schaffung von Arbeitsplätzen
und die Produktion von Holz. Sie setzt immer einen dauerhaften Erhalt der
ökologischen und sozialen Funktion des Waldes voraus. Diesem Anspruch
trägt eine heute in Deutschland gängige Definition der Nachhaltigkeit
Rechnung: der Wald soll so bewirtschaftet werden, daß all seine Leistungen
und Funktionen auch zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen.
Doch (nicht nur) in den Tropen ist die Holzwirtschaft noch immer auf kurzfristigen
Gewinn aus und weit davon entfernt, die Regenerationsfähigkeit des
Waldes zu berücksichtigen. Die Konzessionszeiten - in Afrika z.B.
25 Jahre - oder die geplante Lebensdauer einer Papierholz-Plantage in Costa
Rica von z.B. 18 Jahren sind viel zu kurz, als daß eine Firma eine
langfristig nachhaltige Nutzung gewährleisten könnte. Viele der
tropischen Baumarten wachsen sehr langsam, so daß der Erfolg der
nachhaltigen Wirtschaftsweise oft erst nach mehreren Jahrzehnten beurteilt
werden kann. So benötigt z.B. ein Teakbaum etwa 80-100 Jahre, bis
er qualitativ hochwertiges Holz liefern kann. Das Problem liegt darin,
daß ein Konzessionär, der sämtliche Altbäume aus einem
Waldgebiet abholzt, längerfristig keinen wirtschaftlichen Schaden
erleidet, denn er kann nach Ablauf seiner Konzession in ein anderes Waldgebiet
ausweichen.
Eine von allen Interessengruppen
anerkannte Definition der Nachhaltigkeit gibt es nicht. Selbst in internationalen
Vereinbarungen festgeschriebene Definitionen werden auf unterschiedlichste
Art und Weise ausgelegt.
Nach den Regeln der Marktwirtschaft
muß der Wald Produkte wie Holz liefern, die Absatz und Gewinne sichern.
Zusätzlich muß der Wald mit Landnutzungsformen konkurrieren,
deren Produktion häufig noch subventioniert wird (z.B. bei agroindustriellen
Plantagen). Viele Waldvölker haben übrigens eine ganz andere
Auffassung von Nutzung: für sie ist der Wald als Ganzes der Maßstab
und jede Nutzung orientiert sich an seiner Erhaltung.
1.2. Warum ist die Nutzung
der Regenwälder im Vergleich zu unseren Wäldern so problematisch?
Der Regenwald ist ein komplexes
ökosystem und reagiert viel empfindlicher auf Eingriffe als die Wälder
gemäßigter Klimazonen. Die meisten verbliebenen Regenwälder
stehen auf stark verwitterten, nährstoffarmen Böden (eine Ausnahme
bilden die fruchtbaren vulkanischen Böden in einigen Regionen Südostasiens),
die Nährstoffe sind zum größten Teil in der Biomasse gespeichert
(Vegetation, Laubstreu, Totholz). Jede Entnahme von Produkten ist demnach
mit relativ hohen Nährstoffverlusten verbunden. Der Artenreichtum
der Pflanzen, vor allem der Bäume, ist im tropischen Regenwald sehr
groß, jedoch ist die Zahl der Individuen einer Art pro Flächeneinheit
sehr gering. In Amazonien und Zentralafrika finden sich auf einem Hektar
Waldfläche oft nur ein bis zwei Bäume einer wirtschaftlich interessanten
Art.
Die vernetzten und komplexen
Lebenszusammenhänge sind größtenteils unbekannt. Man weiß
zwar recht viel über die Holzeigenschaften vieler Baumarten, über
ihre ökologie, z.B. ihre Fortpflanzung und Verjüngung ist aber
wenig bekannt. Verluste an wirtschaftlich uninteressanten Arten oder schleichende
Erosionsschäden und Nährstoffverluste werden selten wahrgenommen.
Noch weniger wissen wir über die Abhängigkeiten vieler Tiere
von bestimmten Nahrungspflanzen.
Bejagung von Tieren
In Holzeinschlaggebieten
Zentralafrikas werden Waldelefanten, Affen und andere Tiere stark bejagt.
"1993 leitete ein Förster von der Staatsschule für Wasser und
Wälder in Gabun eine Studie über den Wildfleischkonsum in den
Konzessionen. Diese zeigte, daß die Bewohner des Holzcamps Gongue
der Firma Leroy innerhalb von zwei Monaten 4.543,25 Kilogramm Wildfleisch
konsumierten. Das Fleisch stammte von 1.037 verschiedenen Tieren aus 18
Arten, von denen 41 Prozent Affen waren. Das Gutachten zeigte, daß
die Gesetze zum Schutz wildlebender Tiere massiv mißachtet wurden."
Aber auch andere Jäger machen sich die Infrastruktur der Holzindustrie
(Straßen, Lastwagentransporte, Siedlungen) zunutze, vor allem Elefanten
und Affen fallen den Wilderern zum Opfer. Doch gerade diese Tiere sind
für die Verbreitung und das Keimen von Samen vieler Waldbäume
lebenswichtig. Im Lop‚-Reservat in Gabun werden die Samen von 23 Baumarten
ausschließlich von Waldelefanten ausgesät. (aus: Regenwaldreport,
2/96, Hamburg)
Ein anderes Problem sind
die großen Entfernungen. Oft ist der Zugang zum nächsten Fluß,
Hafen oder Straße Hunderte von Kilometern entfernt, daher sind die
Erschließungskosten relativ hoch. Um hier noch kostendeckend zu arbeiten,
schlagen die Unternehmer oft mehr Bäume, als innerhalb der Konzessionszeit
wieder nachwachsen können. Findet noch eine zweite Nutzung statt,
werden auch weniger wertvolle und kleinere Bäume geschlagen, so daß
der Wald seinen Wert für eine weitere holzwirtschaftliche Nutzung
verliert. In Südostasien sind die Waldbestände reichhaltiger
an nutzbarem Holz, schon deswegen sind Malaysia und Indonesien die größten
Exporteure von Tropenholz.
Während in unseren Wäldern
vorwiegend Bäume geschlagen werden, die meist ein bis zwei Kubikmeter
Holz liefern, beträgt das Volumen von Regenwaldbäumen oft fünf,
zehn oder gar fünfzehn Kubikmeter. Dort werden für die Holzernte
schwere Maschinen benötigt, die während der Erntearbeiten zusammen
mit fallenden Bäumen große Schäden an den Böden und
an den verbleibenden Bäumen anrichten.
In den hiesigen Breiten kann
die Forstwirtschaft auf zweihundert Jahre Erfahrung zurückblicken.
Die intensive Erschließung, sorgfältige und langfristige Planung
und relativ junge, Nährstoffe nachliefernde Böden erleichtern
eine zumindest mengennachhaltige Waldwirtschaft. Anders als in den Tropenländern
stehen ausgebildete Waldarbeiter und Forstleute zur Verfügung und
es gibt wegen der konsequenteren Umsetzung der Forstgesetzgebung bessere
Möglichkeiten, Verstöße rechtlich zu ahnden. Auch werden
bei uns die Wälder von den Eigentümern (Privat-, Köperschafts-
oder Staatswald) genutzt. Die Nutzung der Regenwälder ist vor allem
deshalb so problematisch, da es sich im Gegensatz zu unseren relativ artenarmen
Wäldern um hochkomplizierte ökosysteme mit sehr komplexen Wasser-
und Nährstoffhaushalten handelt.
Hölzer aus borealen Wäldern
Ein großer Teil der
Holzimporte in die Europäische Gemeinschaft stammt aus nördlichen,
den sogenannten borealen Wäldern. Boreale Wälder haben im Gegensatz
zu Regenwäldern eine geringere Artenvielfalt und sind ebenso schützenswerte
ökosysteme. Kahlschläge können hier aufgrund der klimatischen
Verhältnisse zu Problemen bei der Wiederbewaldung führen.
Vor allem in Kanada und Nordasien
(Sibirien) werden Jahr für Jahr riesige Urwaldgebiete im Kahlschlagverfahren
vernichtet. Seit Jahren sind bei uns kanadische Hölzer im Handel,
die häufig aus jahrtausendealten Beständen stammen. Oft wird
sogar damit geworben, es handle sich nicht um Tropenhölzer. In Skandinavien
sind die letzten Urwaldreste durch Holzeinschlag gefährdet.
Nordische Hölzer werden
in Deutschland vorwiegend für die Papierproduktion eingesetzt. Im
Rahmen der Diskussion um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung muß
daher auch über die Reduzierung des sehr hohen Papierverbrauchs in
den Industrienationen nachgedacht werden.
Weiterhin finden sie Verwendung
für Gartenhäuschen, Schindeln, Fenstern und Inneneinrichtungen.
Häufige Holzarten: Hemlock, Thuja ("Western Red Cedar"), Küstensequoia
("Redwood"), verschiedene Fichten- und Kiefernarten. Wichtige Laubhölzer
sind Birke (Sperrhölzer) und Espe (Aspe).
1.3. Die soziale und ökonomische
Bedeutung der Waldwirtschaft
Die Regenwälder sind Lebensgrundlage
von Millionen von Menschen, die z.B. Nüsse, Beeren, Fische, Wild,
Honig, öl, Rattan, Fasern, Süßstoffe, Harze, Arzneien und
Trinkwasser - also viel mehr als nur Holz - nutzen. Der Wert dieser Produkte
ist oft wesentlich höher als der Wert des Holzes. Sie werden aber
nur selten in Statistiken erwähnt, es sei denn, sie kommen in den
nationalen oder internationalen Handel (z.B. Rattan). In der Diskussion
um den Wert und die Nutzung der Regenwälder geht es aber fast ausschließlich
um Tropenholz.
Die sogenannten Nichtholzprodukte
können meist ohne größere Schäden genutzt werden,
Bulldozer und breite Straßen werden beispielsweise von Kautschukzapfern
in Amazonien nicht benötigt. In Statistiken werden gerne die von der
Holzindustrie geschaffenen "Arbeitsplätze" von LKW-Fahrern und Holzarbeitern
angeführt. Indigene und Siedler, die für den Eigenbedarf oder
lokale Märkte produzieren, werden dabei übersehen. Ein Grund
dafür dürfte sein, daß ein Siedler beim Verkauf seiner
Produkte z.B. auf dem Markt in seiner Region meist keine Steuern zahlt,
während die Vergabe von Holznutzungsrechten für die Regierungen
eine bedeutende Einnahmequelle darstellt.
2. KANN DER REGENWALD GENUTZT
WERDEN, OHNE IHN ZU ZERSTÖREN?
Jede Art von Waldnutzung, wie
die Entnahme von Holz, ist ein Eingriff in ein sehr komplexes ökosystem,
dessen Funktion wir bisher noch kaum verstehen. Deswegen sollten die noch
verbleibenden Primärwälder dauerhaft vor jeglichem Eingriff verschont
bleiben. Dies muß durch eine Landnutzungsplanung und Waldschutz-Gesetzgebung
sichergestellt werden. Die Frage, ob eine nachhaltige Bewirtschaftung in
den Tropen mit ihren oft nährstoffarmen Böden und extrem empfindlichen
ökosystemen überhaupt auf Dauer großflächig durchgeführt
werden kann, ist noch ungeklärt und wird von verschiedenen Organisationen
unterschiedlich beantwortet. Umweltgruppen wie z.B. die AG Regenwald und
Artenschutz aus Bielefeld, pr aus München, Robin Wood aus Bremen und
Rettet den Regenwald aus Hamburg halten eine wirklich nachhaltige Nutzung
nur durch die dort lebende Bevölkerung für möglich, der
WWF, der FSC und einige Tropenökologen gehen davon aus, daß
sich Regenwaldgebiete mit bestimmten ökologischen und geographischen
Voraussetzungen durchaus für eine nachhaltige Nutzungsform eignen.
Zur Zeit stammt nur ein verschwindend geringer Anteil (ca. 1%) des auf
dem Weltmarkt angebotenen Tropenholzes aus nachhaltiger Nutzung.
3. KÖNNEN PLANTAGENHÖLZER
BEDENKENLOS GEKAUFT WERDEN?
In den letzten Jahren werden
immer häufiger Hölzer aus "Plantagenanbau" angeboten. Oft wird
auch von der "Aufforstung des Regenwaldes" gesprochen und davon, daß
Plantagenholz ein umweltfreundliches Produkt sei. In Wirklichkeit aber
sind solche Plantagen mit einem Naturwald nicht vergleichbar. Holzplantagen
werden industriell bewirtschaftet und dafür meist als Monokulturen
einer einzigen Baumart angelegt, die den in Europa verbreiteten Fichtenforsten
gleichen. Solche Monokulturen sind besonders anfällig für Schadinsekten
und andere Krankheitserreger, die dann mit Pestiziden bekämpft werden.
Viele Plantagen sind anfällig für Bodenerosion und laugen wegen
des einseitigen Nährstoffbedarfs und der ständigen Entnahme großer
Holzmengen die Böden innerhalb weniger Jahrzehnte aus, so daß
diese für eine spätere Nutzung unbrauchbar sind.
Gummibaumplantagen
Allein in Malaysia sind
inzwischen fast sechs Millionen Hektar Regenwald für die Anlage von
Gummibaum- und ölpalmenplantagen zerstört worden. Sobald die
Erträge der Plantagenbäume nach etwa 25-40 Jahren nachlassen,
werden sie gefällt. Bei uns ist insbesondere das harte Holz des Gummibaumes,
der eigentlich aus Brasilien stammt, unter der Bezeichnung HEVEA oder HEVARU
auf dem Markt (Parkett, Küchenutensilien).
Industrielle Holzplantagen
sollen, so wird oft argumentiert, durch das zusätzliche Holzangebot
den Nutzungsdruck von verbliebenen Naturwäldern nehmen. Plantagen
werden aber meist angelegt, um billigen Rohstoff für die Sperrholzindustrie
und die Papierherstellung zu produzieren. Aufgrund des Preisverfalls für
diese Hölzer können z.B. die Waldbesitzer in Deutschland keinerlei
Gewinn aus ihren Holzverkäufen ziehen.
Das hierzulande häufig
angebotene "Plantagen-Teak" (Gartenmöbel) stammt nur zu einem Teil
aus den Teakplantagen Javas (Indonesien). Ein großer Teil des auf
dem Weltmarkt gehandelten Teakholzes stammt auch aus den Regenwäldern
in Burma. In Thailand ist der Einschlag seit Jahren verboten. Häufig
gelangt Teakholz über Indonesien (Weiterverarbeitung) nach Europa.
Die von Herstellern und Importeuren vorgelegten Zertifikate der indonesischen
Forstverwaltung Perum Perhutani sind als Herkunftsnachweis nicht überprüfbar
und deswegen untauglich.
Wertvolle Harthölzer
wie Mahagoni oder Teak benötigen auch in Plantagen viele Jahrzehnte,
um Qualitätsholz zu produzieren. Meist ist nicht feststellbar, ob
als Plantagenholz deklarierte Produkte nicht doch aus Naturwäldern
stammen.
Holzproduktion aus einer
Wiederaufforstung, welche die natürliche Artenzusammensetzung berücksichtigt
(keine künstlichen Monokulturen), ist dagegen eine sinnvolle Alternative
zur Erschließung neuer Urwälder, gerade auch um den Holzbedarf
der einheimischen Bevölkerung zu decken.
4. AKTIVITÄTEN VERSCHIEDENER
INTERESSENGRUPPEN ZUR VERMARKTUNG VON TROPENHOLZ AUS NACHHALTIGER BEWIRTSCHAFTUNG
4.1. Pseudozertifikate
In den letzten Jahren werden
Tropenholzprodukte mit den verschiedensten "Umweltsiegeln" gekennzeichnet,
die ökologische Unbedenklichkeit bescheinigen sollen. Viele dieser
Zertifikate sind pauschale Erklärungen, die von Regierungen und Holzfirmen
ausgestellt werden. Sie entbehren einer objektiven und anerkannten Bewertungsgrundlage
und sind aufgrund fehlender oder nicht nachprüfbarer Kriterien ohne
jede Aussagekraft.
Zertifikate aus Kamerun
Als Beispiel mögen
die Zertifikate der Forstverwaltung der Republik Kamerun dienen, die vielen
Exporteuren bescheinigt, daß "beim Holzeinschlag die Richtlinien
der Verwaltung beachtet werden" (Mindestdurchmesser der Bäume, Entrichtung
von Steuern). über ökologische oder soziale Aspekte sagen solche
"Zertifikate" nichts aus.
4.2. Die Initiative Tropenwald
ITW
Der deutsche Holzimporthandel
reagierte auf den Aufruf der Umweltverbände und des Klima-Bündnisses
zum Tropenholzverzicht zunächst mit einem "Verhaltenskodex". Die Firmen
sollten sich verpflichten, bald nur noch nachhaltig produziertes Holz zu
importieren. Als dies nicht ausreichte, den öffentlichen Druck zu
mindern, wurde die Initiative Tropenwald (ITW) gegründet, deren Träger
der Hauptverband der deutschen Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie
(HDH), die Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK) und der Verein deutscher
Holzeinfuhrhäuser (VDH) waren.
Die ITW erarbeitete mit der
Hilfe eines beratenden Fachgremiums (Wissenschaftler, Politiker, Holzindustrie,
WWF) einen detaillierten Kriterienkatalog zur Beurteilung der Waldbewirtschaftung
in tropischen Ländern. Auch die überprüfung der Verarbeitungskette
vom Produzenten bis zum Verbraucher wurde vorbereitet. Die ITW wurde inzwischen
aufgelöst und in einen Warenzeichenverband überführt, der
auch mit dem Forest Stewardship Council (FSC; siehe 4.5.) zusammenarbeitet.
4.3. Initiativen der Exportländer
Unter den Holzexporteuren wurden
Malaysia und Indonesien besonders aktiv, da auch sie schwere Einbußen
im Exportgeschäft nach Europa erlitten hatten. Malaysia gibt an, seinen
Holzeinschlag ab dem Jahre 2000 nur noch in nachhaltiger Form durchführen
zu wollen und will ein eigenes Zertifikat einführen. ähnlich
sieht es in Indonesien aus, wo eine eigene Zertifizierungsinitiative gegründet
wurde. Eine Zusammenarbeit mit dem FSC wird bislang von beiden Ländern
abgelehnt. Eine unabhängige Kontrolle ist unter diesen Voraussetzungen
aber nicht möglich.
Werbekampagnen der malaiischen
Holzindustrie
Die malaysische Holzindustrie
- in Deutschland vertreten durch den Malaysian Timber Council (MTC) - versucht
in einer aufwendigen Werbekampagne mit deutscher Hilfe das Tropenholz-Exportgeschäft
nach Europa wieder anzukurbeln. In einem Filmbeitrag ("Tropenholzboykotteure
auf dem Holzweg") wird die eigene Forstwirtschaft als vorbildlich dargestellt
und der Tropenholzverzicht verurteilt. Als Beweis wird ein Versuchsprojekt
-Transport der Bäume mit dem Hubschrauber - angeführt, das jedoch
nicht flächendeckend umgesetzt wurde und mittlerweile aufgrund der
hohen Betriebskosten wieder eingestellt wurde. Vertreter der Ureinwohner,
die gegen die Holznutzung in ihren Wäldern und für ihre Landrechte
seit Jahren protestieren, kommen in dem Film ebensowenig zu Wort, wie die
Befürworter des Tropenholzverzichtes.
4.4. Das Internationale
Normeninstitut ISO
Das weltweit operierende Normeninstitut
(ISO) entwickelte mit der "ISO 14000" Ansätze für die Normierung
von Umweltmanagement-Systemen. In diesen Rahmen soll auch die Zertifizierung
von nachhaltig produziertem Holz integriert werden. Von vielen internationalen
Umweltverbänden wird aber die mangelhafte Einbindung der Bevölkerung
stark kritisiert und auf die Schwierigkeiten einer Standardisierung für
unterschiedlichste Waldtypen hingewiesen.
4.5. Der Forest Stewardship
Council (FSC)
Als Reaktion auf die ständig
wachsende Zahl von Gütesiegeln für Holz und Holzprodukte wurde
auf Initiative des Holzhandels, des WWF und weiterer Umweltverbände
im Jahre 1993 der Forest Stewardship Council (FSC) gegründet. Der
FSC ist eine internationale Initiative, die nach eigens aufgestellten Prinzipien
die Zertifizierung von umwelt- und sozialverträglicher Waldwirtschaft
einführen und überwachen will. Von den Umweltverbänden wird
der FSC als die am weitesten entwickelte Initiative einer internationalen
Zertifizierung angesehen. Die Umweltverbände bemühen sich gegen
den Widerstand der Industrie, innerhalb des FSC ökologisch und sozial
verträgliche Standards und einen transparenten Zertifizierungsprozeß
durchzusetzen.
Der FSC vergibt selbst kein
Gütesiegel, sondern akkreditiert und überprüft Zertifizierer,
die sich verpflichten, nach den Prinzipien des FSC zu arbeiten. Die vom
FSC ausgearbeiteten 10 Prinzipien einer nachhaltigen Waldnutzung bilden
die Grundlage für die Standards, auf deren Basis anerkannte Zertifizierer
das Gütesiegel des FSC vergeben können. Zur Zeit sind beim FSC
vier Zertifizierer akkreditiert, die insgesamt fünf Millionen Hektar
bewirtschafteter Waldfläche zertifizieren wollen. Nach Angaben des
WWF soll Holz mit dem FSC-Gütesiegel frühestens Ende 1998 in
nennenswerten Mengen auf den deutschen Markt kommen. Der FSC arbeitet weltweit,
so daß auch Hölzer aus gemäßigten und nördlichen
Waldgebieten zertifiziert werden können.
Die zehn vom FSC aufgestellten Prinzipien
für eine naturnahe Waldnutzung:
-
Übereinstimmung mit FSC-Prinzipien
sowie der nationalen und örtlichen Gesetzgebung.
-
Besitzansprüche, Landrechte
und Verbindlichkeiten müssen definiert und rechtlich verankert sein.
-
Die Rechte Indigener Volksgruppen
müssen anerkannt und respektiert werden.
-
Die Waldnutzung soll das Wohlergehen
der Waldarbeiter und der Bevölkerung vor Ort erhalten oder verbessern.
-
Die Waldprodukte sollen effizient
genutzt werden, um die Wirtschaftlichkeit, soziale und ökologische
Vorteile zu gewährleisten.
-
Die Ökologische Vielfalt
soll erhalten bleiben.
-
Ein konkreter Bewirtschaftungsplan
muß vorliegen.
-
Die Überwachung der Bewirtschaftung
hinsichtlich ihrer Auswirkungen und die Überprüfung der Handelskette
soll durchgeführt werden.
-
Primärwälder (Urwälder)
und weit entwickelte Sekundärwälder sollen erhalten werden.
-
Plantagen sollen den Druck auf
naturnahe Wälder verringern und die Wiederherstellung und den
-
Schutz naturnaher Wälder
fördern.
5. BEURTEILUNG DER ZERTIFIZIERUNG
(FSC) AUS KOMMUNALER SICHT
Sollen die Kommunen in Zukunft
zertifizierte Tropenhölzer vom Tropenholzverzicht ausnehmen? Welche
Gründe sprechen dafür, welche dagegen? Als ernstzunehmende Initiative
für die Zertifizierung kommt derzeit nur der FSC-Prozeß in Frage.
5.1. Sind die Kriterien
des FSC-Gütesiegels ausreichend?
Das FSC-Gütesiegel basiert
im Prinzip auf einem vernünftigen und vielversprechenden Konzept.
Es genügt aber noch nicht in ausreichendem Maße den Anforderungen,
die an eine nachhaltige Waldnutzung gestellt werden müssen. Dazu gehören
unter anderem:
- Erhalt des Waldes in seiner
natürlichen Vielfalt und Dynamik
- Anerkennung von traditionellen
Landrechten
- Partizipation der lokalen
Bevölkerung
- Verzicht auf Pestizideinsatz
und Kahlschläge
- Veröffentlichung
der Prüfkriterien und Prüfberichte
- Unabhängigkeit der
Zertifizierer von Wirtschaft und Politik.
Diese sehr allgemeinen Prinzipien
und Kriterien müssen in den jeweiligen Ländern in konkrete nationale
Standards umgesetzt werden, die vom FSC anerkannt werden. Da diese bislang
noch nirgends existieren, sind die Zertifizierer verpflichtet, Interim-Standards
zu erarbeiten, nach denen zertifiziert wird. Obwohl diese Standards laut
FSC öffentlich sind, hat sie bislang noch keiner der Zertifizierer
vorlegen können.
5.2. Garantiert das FSC-Gütesiegel
Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit?
Ein besonderer Nachteil der
Zertifizierung nach FSC ist, daß ein Betrieb sich nicht in seiner
Gesamtheit zertifizieren lassen muß, wie dies z.B. beim Biologischen
Landbau der Fall ist. Eine zuverlässige Kontrolle des Betriebes ist
so nicht möglich. Der Betrieb kann sich außerdem seinen Zertifizierer
selbst aussuchen. Es besteht die Gefahr, daß er solche bevorzugt,
die weniger strenge Maßstäbe anlegen, denn die Grundprinzipien
des FSC sind recht allgemein gehalten und erlauben eine unterschiedlich
strenge Auslegung. Weitere Probleme liegen in der Durchführung der
Kontrolle sowohl des Zertifizierers als auch des zertifizierten Betriebes
und in der Überwachung der Verarbeitungskette.
Das FSC-Zertifikat enhält
keine Verbraucher-Information über die Herkunft des Holzes. Die Herkunftsangebe
auf Produkt-Labels ist aber heute bei uns selbstverständlich und kritische
Verbraucher haben ein Recht darauf.
5.3. Sind die sozialen Belange
der einheimischen Bevölkerung berücksichtigt?
Ein Grundproblem der Zertifizierung
ist, daß sie nicht schon bei der Vergabe einer Konzession ansetzt.
Sind Waldvölker und die übrige lokale Bevölkerung damit
einverstanden, daß der Staat Holzkonzessionen überhaupt vergibt?
Die Zertifizierer richten sich in der Regel nach geltendem nationalen Recht,
ungeachtet dessen, daß indigene Völker dabei eventuell benachteiligt
wurden. Die Partizipation, also das Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht
der Bevölkerung ist auch bei zertifizierter Waldwirtschaft nicht ausreichend
garantiert. Der Nutzen für die Lokalbevölkerung ist aber eines
der Hauptargumente der Holzindustrie und der Politik, die für die
Holznutzung in Regenwäldern angeführt werden, damit diese den
Wald nicht aus Not niederbrennt. Die Lösung dieser Probleme kann die
Zertifizierung somit (allein) auch nicht garantieren.
5.4. Marktangebot und Preise
Bislang sind nur wenige Betriebe
gemäß den Richtlinien des FSC zertifiziert. Erst in einigen
Jahren (geplant ist Ende 1998) kann ein nennenswertes Marktangebot geschaffen
werden.über die Preise, zu denen zertifizierte Tropenholz(produkte)
in Zukunft angeboten werden, bestehen nach Angaben des WWF noch keine klare
Vorstellungen. Der WWF hält es für möglich, daß nachhaltig
erzeugtes Holz eventuell nur 10-15% teurer ist als andere Hölzer,
andere Organisationen und Fachleute gehen von einer deutlichen Verteuerung
aus.
6. FAZIT
Grundsätzlich ist die Einführung
eines Gütesiegels für Tropenhölzer durchaus begrüßenswert,
da es als Anreiz für die Entwicklung natur- und sozialverträglicher
Waldbewirtschaftung dienen kann. Besonders positiv ist zu bewerten, daß
der FSC-Prozeß sowohl tropische Wälder als auch Wälder
der gemäßigten und nördlichen Breiten (temperierte und
boreale Wälder) einbezieht.
Zertifizierung ist aber nur
als eine Komponente einer umfassenden Waldschutzpolitik sinnvoll. Einen
zuverlässigen Rahmen für den Schutz und die naturverträgliche
Nutzung der Wälder weltweit können nur rechtsverbindliche internationale
Vereinbarungen und deren konsequente Umsetzung schaffen. Andererseits reicht
natürlich auch der Verzicht auf Tropenholz alleine sicher nicht aus,
um die Zerstörung der Wälder zu verhindern.
Die Zertifizierung von ökologischer
Waldnutzung in Deutschland Greenpeace, BUND, Naturland, Robin Wood und
WWF haben ein nationales Konzept zur Zertifizierung von Holz aus ökologischer
Waldnutzung veröffentlicht. Kahlschläge, Anlage von Monokulturen
und Pestrizidanwendung, sind demnach ausgeschlossen. Außerdem sollen
Beispielsflächen ausgewiesen werden, in denen sich der Wald ungestört
entwickeln kann und die als Vergleichs- und Lernflächen für die
Bewirtschaftung dienen sollen. Zertifiziert wird von einer gemeinnützigen
Organisation (Naturland). Das Konzept soll auch in eine geplante nationale
Arbeitsgruppe des FSC eingebracht werden..
Die Ausnahme (nach FSC-Prinzipien)
zertifizierten Holzes vom kommunalen Tropenholzverzicht würde beim
augenblicklichen Stand der Diskussion die falschen Signale setzen und wäre
verfrüht. Es dürfte noch einige Jahre dauern, bis die Zertifizierung
so weit entwickelt ist, daß sie eine Garantie für eine transparente,
glaubwürdige und nachhaltige Waldnutzung beinhaltet.
Die Rolle der Kommunen liegt
wohl am ehesten darin, den FSC-Prozeß kritisch zu beobachten und
in zwei, drei Jahren die Situation erneut zu bewerten. Bis dahin sollte
am Tropenholzverzicht festgehalten werden.
In der gesamten Diskussion
über die Zertifizierung sollte nicht vergessen werden, daß im
Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftsweise der immer noch ansteigende Verbrauch
von Holz- und Holzprodukten (vor allem Papier) gerade in den Industrieländern
viel zu hoch ist. Der Wald ist keine unerschöpfliche Ressource.
Ebenso ist es wichtig, bei
kommunalen Beschaffungsmaßnahmen unabhängig von einer Zertifizierung
heimische Hölzer und damit den regionalen Handel zu bevorzugen. Weite
Transportwege aus den Tropen und nördlichen Wäldern verursachen
einen enormen Energieverbrauch. In diesem Zusammenhang wird nochmals auf
die Initiative zur Zertifizierung ökologischer Waldnutzung hingewiesen.
Kommunale Entscheidungen,
sei es die Bevorzugung bestimmter Materialien (z.B. Recyclingpapier) oder
der Verzicht auf andere Stoffe, beeinflussen durchaus das Marktangebot
und haben darüber hinaus Signalwirkung für das Verbraucherverhalten.
Erstellt von Laszlo Maraz,
Pro
REGENWALD und Dr. Sylvia Franzl,
Umweltschutzreferat München
Klima-Bündnis / Alianza
del Clima e.V.
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