| Ein modernes Märchen:
Fast hätten sie vergessen, was sie früher auseinander gebracht
hat - jetzt wo sie an einem Tisch zusammensaßen und darüber
diskutierten, wie die ökolabels auf (Tropen-) Holz den (Regen-) Wald
und den Holzhandel gleichzeitig retten könnten. Holzfirmen, Holzhandel
und Umweltschützer reichten sich die Hände, bis zu dem Zeitpunkt
als einer der Umweltschützer zweifelte, ob es gerechtfertigt sei,
Holz aus einem Naturschutzreservat in Afrika zu zertifizieren. Von da an
war dann wieder alles beim alten und wenn die W,lder nicht abgeholzt sind,
dann wissen die VerbraucherInnen weiterhin nicht, ob Nachhaltig drin ist,
wenn öko drauf steht. Was nachhaltige Waldwirtschaft ist, bleibt weiterhin
die Streitfrage.
Doch genau das scheinen die
Erfinder von Holzzertifizierungsprojekten in ihrer Anfangseuphorie vergessen
zu haben. Die Idee, alle an Waldnutzung und Walderhaltung interessierten
Parteien an einen Tisch und zu einem gleichberechtigten Dialog über
das weitere Umgehen mit Wäldern zu bringen, mag auf den ersten Blick
sinnvoll erschienen sein. Und auch der Gedanke, gutes Verhalten durch höhere
Preise (oder lobende Anerkennung) zu belohnen, hatte einiges für sich
und mag für manche erfolgsversprechend genug zur Rettung der Wälder
gewesen sein.
Leider steckt auch hier der
Teufel im Detail. Nachdem Umweltverbände nun zwei oder drei Jahre
ihre Energie in die Diskussion um und in Gestaltung der Zertifizierungssysteme
investiert haben und die ersten Erfahrungen mit der Umsetzung gemacht werden,
tauchen die alten Probleme und Fragen wieder auf.
Was ist aus Sicht eines Umweltschützers
nachhaltige Waldwirtschaft? Wer hat Zugang zu Informationen und wer hat
die Definitionsgewalt? Welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
führen tatsächlich zur Waldzerstörung. Der durch das FSC-Konzept
angeregte Dialog wirft eine ganz neue Frage auf: Müssen Umweltverbände
in ihrem Anliegen, Wälder zu schützen nun auch die Interessen
der Holzwirtschaft berücksichtigen?
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